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A wie Adobe oder vielleicht A wie Affinity?

von Online Business, Virtuelle Assistenz0 Kommentare

A wie Adobe oder vielleicht A wie Affinity?

Adobe und der Wechsel zum Abo-Modell

Affini-was? Ok, nochmal von vorne: Die meisten kennen ja die gängigen Adobe Programme wie Photoshop, Illustrator oder InDesign. Viele Jahre arbeiten die meisten schon damit und haben sich in die recht umfangreichen Programme eingearbeitet. 2014 hat Adobe jedoch ein Abo-Modell eingeführt und fortan kauft man das Programm nicht mehr, sondern bezahlt einen monatlichen Beitrag für die Nutzung. Dafür gibt es regelmäßig Updates und noch mehr schicke Tutorials innerhalb des Abos. Möchte man nur eine der drei gängigsten Adobe Produkte nutzen, ist man mit 23,79 € pro Monat dabei. Braucht man mehr als zwei der Programme lohnt sich bereits das komplette Paket für 59,49 € im Monat. Eine Menge Geld, insbesondere für diejenigen, die diese Programme eher hobbymäßig oder als Einzel- oder Kleinunternehmer nutzen.

Ich gebe zu, ich war oder bin noch immer ein kleines Adobe-Fangirl. Ich besitze zum Glück noch die CS6 Version (Creative Suite) von 2013. Dies war die letzte Version die es käuflich zu erwerben gab. So langsam merkt man aber, dass diese Version schon einige Jahre auf dem Buckel hat. So habe ich mich zwischenzeitlich hinreißen lassen und ein Jahresabo der Creative Cloud (CC) ausprobiert. Diejenige Version, mit der die Abo-Variante eingeführt wurde. Doch ich gehöre eben auch zu der Gruppe, die die Programme nicht täglich fürs Business braucht. Auf Dauer ist mir diese Investition einfach zu hoch. Es scheint als würde Adobe damit ihre Zielgruppe weiter definieren oder besser gesagt ausdüngen. Kleinunternehmer und Hobbynutzer sind als Kunden scheinbar nicht gewünscht. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum Adobe hier keinen preislichen Unterschied zu Agenturen und Hobbynutzern macht und vergrault sich damit immer weiter eine nicht unerhebliche Zielgruppe.

 

Die Konkurrenz schläft nicht! Affinity behauptet sich am Markt

Die Konkurrenz schläft nicht! Die britische Firma Serif hat sich dies zu Nutzen gemacht und im gleichen Jahr der Umstellung Adobes auf das Abomodell, die erste Version eines Konkurrenzproduktes herausgebracht. Mittlerweile gibt es von Affinity Konkurrenzprodukte für Photoshop, InDesign und Illustrator zum Kauf, für einen vergleichsweise sehr günstigen Preis. Auch ich habe es nun gewagt und vor kurzem die Seiten gewechselt. Die Programme sind sehr ähnlich und bis jetzt habe ich es noch keine Sekunde bereut. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass Serif bereits seit 1987 im Bereich Softwareentwicklung unterwegs ist. Mit Affinity ist ihnen meiner Meinung nach aber wohl ihr größter Clou gelungen. ⁠

Mindestvoraussetzungen sind neben Windows 7 oder MacOS Mavericks (10.9) ein 64-Bit Betriebssystem, was die meisten wohl auch haben dürften, die mit solchen Programmen arbeiten.

Übrigens, aktuell gibt es 50 % Rabatt auf den ohnehin günstigen Kaufpreis. Ihr zahlt für Affinity Photo zum Beispiel aktuell nur einmalig 27,99 Euro. Dafür kann man es zumindest mal ausprobieren und bei Nichtgefallen ohne große Verluste zurück zu Adobe gehen.⁠

 

Unterschiede zwischen Adobe und Affinity

Davon mal abgesehen, dass man auch bei Affinity die Möglichkeit hat die Programme kostenfrei zu testen, möchte ich euch hier schon mal mit einigen Infos zu den Unterschieden oder auch den Gemeinsamkeiten beglücken.

Als erstes sollte man wissen welches Affinity Produkt mit welchem Adobe Produkt vergleichbar ist:

    • Adobe Photoshop vs. Affinity Photo
    • Adobe Illustrator vs. Affinity Designer
    • Adobe InDesign vs. Affinity Publischer

Aufbau

Kommen wir zunächst zum Aufbau:

Das eingefleischte Adobe-Fangirl wird sofort erkennen, dass der Aufbau bei allen drei Affinity Produkten zu den entsprechenden Adobe Produkten im Prinzip gleich ist. Die Werkzeuge befinden sich als Panel auf der linken Seite vertikal angeordnet. Weitere Einstellungen zu dem ausgewählten Werkzeug sind oberhalb der Zeichenfläche zu finden oder in der Menüleiste darüber. Ebenso sind z.B. die Ebenen auf der rechten Seite im gleichen Format angebracht, wie wir es von Adobe gewohnt sind. Lediglich die Bezeichnungen einiger Werkzeuge und auch die der Ebenen unterscheiden sich. So findet sich der beliebte Bereichsreparaturpinsel von Photoshop zwar an gleicher Stelle, heißt bei Affinity Photo dann jedoch Restaurieren. Mit diesen kleinen Unterschieden kann man sich jedoch meist schnell arrangieren. Dennoch muss sich der geübte Adobe-Nutzer nicht großartig umstellen und wird sich schnell einfinden.

 

Besonderheiten von Affinity Photo im Vergleich zu Adobe Photoshop

Spannend ist vor allem eine Besonderheit. Es gibt bei Affinity sogenannte Personas hinter denen sich weitere Funktionen zu bestimmten übergeordneten Arbeitsbereichen verstecken. Bei Affinity Photo heißen sie zum Beispiel Photo Persona, Liquify Persona, Develop Persona, Tone Mapping Persona und Export Persona.

Standardmäßig ist die Photo Persona aktiv. Dort sind vor allem die klassischen Bildbearbeitungsfunktionen wie Zuschnitt-, Auswahl-, Pinsel-, Retuschier-, Radier-, Verzerrungs- und Vektorwerkzeuge zu finden. Wie der (englische) Name der nächsten Persona schon andeutet, geht es bei der Liquify Persona um die Verformung oder um das Retuschieren von Objekten. Dies war eines meiner liebsten Werkzeuge bei Adobe und ich kann es kaum abwarten dieses Tool auf seine Möglichkeiten zu testen. Wenn es um die Bearbeitung von Tonwertkorrekturen, Weißabgleich oder Ähnlichem bei RAW-Bildern geht, fällt die Wahl auf die Develop Persona. Auch hier sind die üblichen Funktionen wie auch bei Adobe zu finden. Die Tone Mapping Persona habe ich bislang nicht getestet. Sie bietet Funktionen zur Optimierung von HDR-Bildern an. Die Besonderheit ist hierbei, dass sie auch für einzelne 8-Bit oder 16-Bit Fotos genutzt werden kann. Wie der Name schon sagt, geht es bei der vermeintlich letzten Persona um den Export. Die Export Persona exportiert dir dein fertiges Bild, deine einzelnen Ebenen oder auch Bereiche in verschiedene Bilddateiformaten.

Sofern man mehrere Bilder zu einem Panorama zusammengefügt hat, gibt es außerdem auch noch die Panorama Persona. Sie verleiht dem Panorama den Feinschliff.

 

Besonderheiten von Affinity Publisher im Vergleich zu Adobe InDesign

Erwartet der findige Adobe-Fuchs hier nicht ein Vergleich von Adobe InDesign zu Affinity Designer? Auf dem ersten Blick liegt dies auf jeden Fall nahe. Affinity hat sich jedoch bzgl. des Namens für Publisher entschieden. Dieses Pendant zu Adobe InDesign stieß erst im Juni 2019 zur Affinity Familie dazu. Eingefleischte InDesigner mag das Repertoire daher ggf. noch nicht ausreichen, da nicht alle Funktionen von InDesign hier zu finden sind. Ich behaupte jedoch, dass es für den Großteil der User völlig ausreicht, zumal das Preisleistungsverhältnis auch hier noch absolut unschlagbar ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass InDesign viele Jahre Entwicklervorsprung hat, sei die ein oder andere noch fehlende Funktion verziehen. Ein Manko ist leider, dass sich keine InDesign Dateien bei Publisher einspeisen lassen. Hier ist nur ein Workaround möglich, in dem man die Datei in eine pdf umwandelt und dann bei Publisher hochlädt.

Wie zu erahnen, lassen sich hier nicht ganz so viele Gemeinsamkeiten wie bei Adobe Photoshop zu Affinity Photo finden. Einige Funktionen sind ein wenig versteckt und der Aufbau sieht insgesamt minimalistischer aus als bei InDesign. Die Einstellungsebenen werden wie bei allen Affinity Produkten als Panels bezeichnet und befinden sich auf der rechten Seite. Hier sind die bereits angemerkten etwas versteckten Funktionen Farben, Kontur, Ebenen, Textstile und Effekte zu finden.

Aber auch hier gibt es die Personas, die Standardmäßig eingestellt sind:

    • Designer Persona (für Vektordesign)
    • Pixel Persona (für Pixeldesigns)
    • Export Persona (für den Export der Designs)

 

Besonderheiten von Affinity Designer im Vergleich zu Adobe Illustrator

Wie bei Adobe Illustrator auch, lassen sich mit Affinity Designer Vektorgrafiken und komplexe Grafikdesigns erstellen. Illustrator ist im Vergleich zu Designer zwar komplexer in seiner Funktion, dennoch behaupte ich, dass auch ein geübter Nutzer nicht sofort bemerken wird, dass einige Funktionen fehlen. Zumal die fehlenden Funktionen meist sehr verschachtelt und versteckt sind bei Illustrator.

Auch hier finden sich wieder drei Personas für die vorrangigen Arbeitsbereiche. Im Prinzip arbeitet man hier vorrangig mit der Publisher Persona, hat aber Zugriff (bei entsprechenden Kauf) auf die Photo Persona und die Designer Persona. Sinnvollerweise ist die Export Persona bei allen drei Programmen standardmäßig enthalten. Die Designer Persona beinhaltet vor allem Funktionen aus dem Bereich DTP-Features und Layoutwerkzeuge.

Affinity Designer punktet haushoch mit der Kompatibilität von einer Vielzahl an Dateien. Selbst Adobe Formate wie PSD oder PSB kann es problemlos auslesen.

 

Was mich letztlich absolut überzeugt hat:

Der Affinity StudioLink

Der Affinity StudioLink ist meiner Meinung nach eine Besonderheit, die ich nicht von Adobe kenne. Habe ich zum Beispiel beim Layouten das Bedürfnis etwas an einem eingefügten Bild zu bearbeiten, öffne ich einfach die bereits erwähnte Photo Persona. Somit habe ich alle benötigten Werkzeuge sofort griffbereit, ohne das andere Programm zu öffnen. Vorausgesetzt natürlich, ich habe die anderen Affinity Programme auch erworben und sie sind auf meinem Computer/Laptop installiert. Diese Möglichkeit spart mir vor allem Zeit und ist einfach gesagt, bequem! 😊

 

Die Schnelligkeit

Affinity ermöglicht es bis zu 8000 Schritte des Arbeitsprozesses zurückzusetzen und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit.

 

Preisleistungsverhältnis

Wenn ihr das Glück hattet und im Zeitraum der Veröffentlichung dieses Artikels die Programme von Affinity gekauft habt, dann habt ihr sogar nur 27,99 € pro Programm bezahlt. Das Programm gehört euch und ist kein Abo. Das beste daran ist jedoch, dass auch die Updates inklusive sind und so auch Neuerungen oder zusätzliche Tools nach einem Update einsetzbar sind.

Und, wie ist es bei dir? Bist du (noch) bei Adobe oder bereits zu Affinity gewechselt? Fehlt dir irgendwas bei Affinity, was ich noch nicht erwähnt habe? Oder warum würdest du unter keinen Umständen wechseln?

Freue mich auf eure Beiträge!

 PS: Photo by Curtis Thornton on Unsplash

Eileen Al-Zubairy from culture with love

Hi, ich bin Eileen,

ich möchte euch in meinem Blog aktuell zum Thema "Alles rund ums Online Business" einladen. Dabei geht es mal um ein Tool, mal um Wissensvermittlung von unumgänglichen Themen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr eure Gedanken oder Rückmeldungen in Form von Kommentaren da lasst. Bis bald! Eure Eileen

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